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Mentale Stärke

Was sich im Spitzensport schon lange bewährt, setzt sich nun auch im Hobbysport und auch im privaten und beruflichen Bereich durch. Die Rede ist von Mentaltraining.

Ursprünglich fand das Mentaltraining ausschließlich in der Sportpsychologie Anwendung. Heutzutage ist es in fast jedem Bereich zu finden, in der Medizin, im Sport oder in der Wirtschaft. Mentaltraining ist eine Praktik, die es Ihnen ermöglicht, mit der Kraft Ihres Unterbewusstseins zu arbeiten. Dadurch kann mentale Stärke aufgebaut werden und Sie können Ihr Leben erfolgreicher gestalten.

Ob du glaubst, dass du es kannst oder nicht – du hast immer Recht.
- Henry Ford

Die moderne Wissenschaft zeigt uns heute sehr eindrucksvoll, dass unsere derzeitige Lage ein Widerhall unserer Gefühle und Gedanken ist. Unsere Gedanken bestimmen unseren beruflichen und privaten Erfolg oder unseren Misserfolg. Sie können lernen diese innere subjektive Kommunikation, nach Ihren Wünschen und Bestrebungen zu ändern.

Vorstellungen beeinflussen bewusst oder unbewusst unsere Handlungsweise. Vorstellungen können bildhaft, verbal, akustisch oder kinästhetisch (auf die Bewegungsempfindungen bezogen) sein, d.h. man kann sich bestimmte Situationen mit den dazugehörigen Geräuschen, Empfindungen und Farben lebhaft vergegenwärtigen. Ebenso können Wörter, Sätze, Bilder, Geräusche, Gerüche etc. so eng mit Ereignissen verbunden sein, dass sie bestimmte Vorstellungen auslösen.

Mentales Training hat einen nachweisbaren positiven Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit, die Koordinationsfähigkeit, die Kreativität, auf das Selbstvertrauen und den Leistungswillen.

Mentaltraining unterstützt Sie beim Erreichen der folgenden Ziele:

  • Erkennen und gezieltes Einsetzen der eigenen Ressourcen (Stärken und Schwächen)
  • Aktivierung der persönlichen Motivationsfaktoren – (bewusste oder unbewusste Ressourcen)
  • Gezielter Umgang mit Konzentrationsphasen
  • Umgang mit Erfolg und Misserfolg
  • Bewusstes Fokussieren auf den Moment – „mentaler Espresso“ – unter Ausblenden des Alltags

Das Ziel des Mentalen Trainings ist es, sich in einen emotionalen Zustand zu versetzen, der es ermöglicht, unter allen denkbaren Situationen die eigenen realistischen Leistungsmöglichkeiten zu entfalten. Es geht darum, Barrieren, Einschränkungen, Hemmnisse, die nicht im technischen, körperlichen oder Fitnessbereich begründet liegen, sondern mit Einstellungen, Gefühlen, Verhalten, Umgang mit sich und spezifischen Situationen zu tun haben, zu beseitigen, um die Perspektive zu eröffnen, das maximale persönliche Leistungspotential zu nutzen.

Emotionen

Bestimmte Situationen, die wir negativ oder positiv erlebten, bleiben lange gespeichert. Immer dann, wenn wir in eine ähnliche Situation geraten, erinnert sich unser Unterbewusstsein daran und verleitet uns zu derselben Vorgehensweise.

Emotionen sind ein wesentlicher Faktor im Sport. Einige verleihen Kraft, andere verhindern die Entfaltung unseres Potentials. Kraftspendende Emotionen sind mit Herausforderung, Selbstvertrauen, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und Spaß verbunden. Kraftraubende Emotionen sind Gefühle von Erschöpfung, Unsicherheit, Schwäche und Furcht.
Emotionen sind deshalb so wichtig, weil sie mit Erregungszuständen verbunden sind.
Emotionen laufen als biochemische Prozesse im Gehirn ab, die im Körper immense Veränderungen hervorrufen können. Diese Veränderungen führen Sie entweder näher an ihren bestmöglichen Leistungszustand heran oder entfernen Sie von ihm. Emotionale Kontrolle bringt Kontrolle über den Körper mit sich.
Was Sie denken und sich vorstellen, wann und was Sie essen, wie viel und gut Sie schlafen – kann sich jederzeit auf ihre psychische Verfassung auswirken.

Mentaltraining im Golfsport

90% im Golf ist mental – und die restlichen 10% ebenso.
- Arnold Palmer

Vermutlich ist keine andere Sportart stärker von der geistigen Einstellung abhängig als Golf. Ein Moment fehlender Konzentration und der Schlag verfehlt sein Ziel. Daher ist Golf wie kein anderer Sport ein Spiegel der aktuellen mentalen Verfassung. Freizeitgolfer unterschätzen meist die mentale Dimension des Golfsports. Weniger gelungene Schläge oder Runden werden mit einem Mangel an Konzentration, der fehlenden richtigen Einstellung, Ärger oder Angst begründet – mentale Ursachen sozusagen. Zwischen dem Erkennen des Problems und der Behebung des Problems herrscht jedoch meist erhebliche Diskrepanz.

Jeder Golfspieler weiß, dass sein Denken und Fühlen das Spiel nachhaltig beeinflusst. Der Gedanke: „Hoffentlich verschlage ich nicht den Ball“ lässt im Unterbewussten das Bild entstehen, dass der Ball z.B. in Richtung Bunker oder Wasserhindernis fliegt.
Wenn wir unbewusst der Ansicht sind, dass etwas eintrifft bzw. nicht eintreffen wird, werden wir unbewusst alles in unserer Macht stehende tun, um genau dieses Resultat zu erreichen, also z.B. den Ball verschlagen.
Wenn Sie überlegen wo sie den Ball nicht hinschlagen wollen, setzen Sie sich ein mentales Handicap, das Sie vermeiden sollten. Daher ist es wichtig ein konkretes Bild (Ziel), eine Vorstellung von dem Punkt zu haben wo Sie den Ball wirklich hinschlagen wollen.
Es sagte schon einst Laotse: „Wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“

Mentale Tipps für Golfer:

  • Setzen Sie sich realistische Ziele: Viele Golfer setzen sich keine oder zu hohe Ziele
  • Visualisieren Sie den perfekten Schlag: Visualisieren sie alle Schritte, Gefühle, Bewegungen und Körperspannungen
  • Bringen Sie sich in den optimalen Leistungszustand: Halten Sie je eine Strategie zur Aktivierung und zur Entspannung bereit
  • Pre-Shot-Routine: Stimmen Sie sich auf den Schlag ein
  • Nutzen Sie Pausen bewusst: Die Zeit zwischen den Schlägen sollten Sie nutzen, um Ihre Stimmung und Befindlichkeit aktiv und selbstverantwortlich zu steuern.

Text: Mag. Doris Weber Foto: Fotolia